Beetgeflüster live im DEWEZET-Café, Osterstraße: Weil im April so viele Zuhörer den Ausführungen von Matthias Großmann, Inhaber der Stauden-Gärtnerei Junge, und DEWEZET-Beetflüsterer Jens F. Meyer lauschten, gibt’s Nachschlag. Termin: der nächste Donnerstag, 29. Oktober, 17 Uhr.
HAMELN. Die Gartensaison endet? Stimmt nicht! Matthias Großmann und Jens F. Meyer, im Laufe der Jahre gewissermaßen zu Beet-Brüdern geworden, erklären beim Herbst-Happening im DEWEZET-Café, was jetzt noch alles zu tun sein könnte (und was man auch liegen lassen darf bis zum Frühling). Dabei dürfte klar sein, dass der Stauden-Fachmann aus Wehrbergen die fachliche Expertise plus Fotos erstaunlicher Stauden mitbringt, während Sonderthemen-Redakteur „ey” gerne die Rolle des Garten-Rock’n’Rollers übernimmt („Einfach mal machen und dann schauen, was daraus wird”). Unterhaltsam, mit viel Humor und wertvollen Informationen wird das Herbst-Happening des Beetgeflüsters das Gartensaisonende einläuten. Was macht der Meyer’sche Rittersporn? Wachsen Stauden besser, wenn man sie mit Rockmusik beschallt? Dienen die Früchte des Leberwurstbaums als Brotaufstrich? Im „Beetgeflüster live” mischen sich Expertise und Humorvolles zum Infotainment über Pflanzen- und Gartenkultur.
▪ Beetgeflüster live – mit Stauden-Experte Matthias Großmann und Beetflüsterer Jens F. Meyer, Donnerstag, 29. Oktober, 17 Uhr, DEWEZET-Café, Osterstraße Hameln, Eintritt frei.
BEETGEFLÜSTER
’Ne Wundertüte

Natur ist ‘ne Wundertüte. Vor Jahren füllte ich ein Pflanzgefäß mit Sand, irgendwo musste er hin. Sand kann man immer gebrauchen, Sand ist super, um Erde durchlässiger zu machen, Sand ist das Gold für jeden Steingarten. Es kam der Tag, an dem sich die nahe stehende Blasenspiere darin aussamte, ein hübsch blühendes Gehölz mit dunklem Laub, dessen deutscher Name ähnlich schön klingt wie Fußpilzerkrankung. Nun ja, jedenfalls wuchs dieser Strauch ungeachtet des annähernd null Nährstoffe enthaltenden Substrats überaus gesund heran. Außer Wasser und Beachtung gab ich ihm nichts. Im Laufe der Zeit gesellten sich in diesem einen großen Topf ein Ahorn und zwei Hainbuchen hinzu, umsäumt von Storchschnabel, Glockenblumen und Lichtnelken. Ich überlege ernsthaft, in Zukunft auf gute Pflanzerde und Kompost zu verzichten, um für dreifuffzig einfach nur ollen Sand zu kaufen, denn keine dieser Pflanzen musste darben. Das ist erstaunlich, untermauert aber auch, dass sie oft an für sie ungeeigneten Orten leben können, wenn sie sich ihren Platz selbst ausgesucht haben. Würden wir Gärtner einen klassischen Blütenstrauch in ein mit Sand gefülltes Gefäß pflanzen? Würden wir nicht! Die Sache ist die: Wir wissen immer noch wenig, wir kratzen nur an der Oberfläche. Das macht das Gärtnern so spannend und schenkt uns diese tollen Abenteuer Tag für Tag.
Herzlichst, Ihr
Jens F. Meyer

