Gegen Gewitter, Starkregen und Lawinen

Naturgefahren steigen – erweiterter Versicherungsschutz nötig

Im eigenen Zuhause möchte man sich sicher fühlen – „Home sweet Home“. Doch gegen die gewaltigen Kräfte der Natur sind auch die stärksten vier Wände oft machtlos. Darüber sind sich viele Menschen in Deutschland im Klaren und sichern sich aus diesem Grund mit einer Elementarversicherung ab, die von zahlreichen Versicherern angeboten wird.

Laut einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag der DEVK Versicherungen gehen 66 Prozent der Bevölkerung davon aus, dass Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser an ihrem Wohnort Schäden verursachen könnten.

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Elementarschäden sind oft nicht versichert

Vor hohen Kosten schützt eine Versicherung gegen weitere Naturgefahren. Übliche Wohngebäudepolicen decken diese jedoch häufig nicht ab. Sie greifen zwar bei Sturm- und Hagelschäden, nicht jedoch bei Überflutungen, Starkregen, Erdbeben oder Lawinen. Dadurch entsteht eine Versicherungslücke: Der Umfrage zufolge geben 71 Prozent der Immobilienbesitzerinnen und -besitzer an, über einen Elementarschadenschutz zu verfügen.

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft waren 2024 jedoch nur 57 Prozent der Wohngebäudeversicherungen entsprechend erweitert. Gut zehn Prozent der Menschen mit Wohneigentum gehen also davon aus, gegen Naturgefahren versichert zu sein, ohne tatsächlich über diesen Schutz zu verfügen.

„Das Land Niedersachsen hält am Grundsatz fest, dass staatliche Katastrophenhilfen entfallen, wenn das Gebäude gegen Elementarschäden versicherbar war, aber kein Schutz abgeschlossen wurde. Ausnahmen von diesem Prinzip und dem Subventionsverzicht gibt es nur bei nachweislicher Unversicherbarkeit oder finanzieller Unzumutbarkeit, was bei der NBank geprüft wird. Deshalb ist es so wichtig, mit dem Versicherungsvertreter seines Vertrauens diese Erweiterung des Versicherungsschutzes zu prüfen und anzupassen“, sagt auch Heiko Mögebier, Allianz-Generalvertretung Heiko Mögebier & Ingo Voigt in Hameln.

Angesichts dieser Lücken und der steigenden Risiken durch Extremwetter sprechen sich 62 Prozent der Befragten sogar für eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden aus.

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Debatte über Pflichtversicherung

Eine solche Regelung wurde im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt, die Umsetzung lässt aber bislang auf sich warten. Einige Versicherer bieten bei neuen Verträgen bereits standardmäßig eine Elementardeckung an, so unter anderem die DEVK. „Bei uns müssen Kundinnen und Kunden seit 2011 die Elementardeckung bewusst abwählen, wenn sie darauf verzichten möchten“, erklärt Vorstandsmitglied Dr. Michael Zons.

Bei anderen Versicherungen – siehe Anzeigen auf dieser Seite – sollten sich die Kundinnen und Kunden umgehend über die unterschiedlichen Möglichkeiten schlaumachen.

Neben einer Pflichtversicherung wünschen sich viele Menschen mehr Prävention durch den Staat. Rund jeder Zweite hält mehr Investitionen in den Hochwasserschutz für sinnvoll sowie die Ausweitung von Überflutungsgebieten.

Mehr Prävention durch den Staat

Etwa ein Drittel spricht sich für mehr Geld im Katastrophenschutz aus. Auf Änderungen im Baurecht oder Klimaschutzmaßnahmen setzt jeweils rund ein Viertel der Befragten. Würden all diese Maßnahmen umgesetzt, könnte die Sicherheit von Gebäuden deutlich verbessert werden. Bis dahin bleibt der Versicherungsschutz ein wichtiger Baustein, um finanzielle Risiken durch Naturgefahren zu begrenzen.

Zum Thema: Elementarschutz für alle?

Die in Deutschland tätigen Versicherer haben ein Modell vorgelegt, das zeigt, wie Elementarschutz überall verfügbar, auf Dauer versicherbar und für die Menschen bezahlbar bleiben kann. „Die Klimaschäden haben sich in Deutschland seit 1980 verfünffacht. Unser Ziel ist ein Sicherungssystem, das dauerhaft funktioniert: fair für Hauseigentümer, stabil für den Markt und tragfähig für die öffentliche Hand. Mit ’Elementar Re‘ stellen wir einen zentralen Baustein für dieses System vor“, so Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Aber klar ist auch: Versicherung allein reicht nicht. Ohne konsequente Prävention werden die Risiken weiter steigen – und das gefährdet das ganze System.“ Ausgangspunkt des Modells sind zwei Kernfragen: Wie bleibt der Schutz gegen Naturgefahren langfristig versicherbar und bezahlbar? Und wie kann eine Risikoteilung mit dem Staat im Fall extremer Naturkatastrophen funktionieren?

Mehr als 400.000 Wohngebäude in Deutschland liegen in Gebieten, in denen risikogerechte Prämien schwer zu stemmen wären. Elementar Re bündele diese Hochrisikogebäude und ermögliche so auch in anspruchsvolleren Risikolagen weiterhin Versicherungsschutz. Die Versicherungsverträge für diese Häuser könnten die Erstversicherer an ’Elementar Re‘ weitergeben. Die Prämien würden auf eine Obergrenze gedeckelt, die nach der Größe der versicherten Gebäude gestaffelt werden solle. Die Differenz könne über einen kleinen, breit verteilten Ausgleich finanziert werden.