197 starten jetzt ins Handwerk

Bei der 18. Einschreibfeier werden die neuen Auszubildenden des Hamelner Handwerks begrüßt

Auf ein Neues: Zum mittlerweile 18. Mal lädt das Handwerk im Landkreis Hameln-Pyrmont zu seiner traditionellen Einschreibfeier ein. Am Samstag, 19. September, werden die jungen Menschen offiziell begrüßt, die im Sommer 2026 ihre Ausbildung in einem der zahlreichen Handwerksberufe begonnen haben. Mit 197 neu registrierten Ausbildungsverträgen zeigt sich das heimische Handwerk auch in diesem Jahr zufrieden mit dem Interesse am beruflichen Einstieg in einen handwerklichen Beruf.

197 junge Menschen haben sich in diesem Jahr für einen Ausbildungsplatz im heimischen Handwerk entschieden. Für Kreishandwerksmeister Wilhelm Bente ist das ein erfreuliches Signal. Bei der Einschreibfeier am 19. September stehen deshalb nicht nur die neuen Auszubildenden im Mittelpunkt, sondern auch die Bedeutung einer fundierten beruflichen Ausbildung für deren weiteren Weg. Bente spricht den angehenden Handwerkerinnen und Handwerkern bereits im Vorfeld seine Anerkennung aus. Die Entscheidung für eine handwerkliche Ausbildung verdiene Respekt. Es sei gelungen, den Stellenwert des Handwerks als Garant für eine qualitativ hochwertige Ausbildung wieder stärker in das Bewusstsein junger Menschen zu rücken.

Gute Chancen für den Berufseinstieg

Dass eine Ausbildung im Handwerk viele Türen öffnen kann, zeigt sich auch mit Blick auf die unterschiedlichen Lebenswege der Nachwuchskräfte. Das bewährte duale Ausbildungssystem bietet laut Kreishandwerkerschaft zunehmend auch Menschen mit Fluchterfahrung verlässliche Perspektiven für den Einstieg ins Berufsleben. Und auch wer bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, muss die Suche nicht aufgeben. In vielen Innungsbetrieben werden pro Jahr mehrere Ausbildungsplätze angeboten. Dadurch bestehen aktuell in nahezu allen handwerklichen Berufen noch Einstiegsmöglichkeiten. Trotz der derzeit angespannten konjunkturellen Lage sind die Aussichten für gut ausgebildete Fachkräfte im Handwerk weiterhin ausgezeichnet. Gesucht werden vor allem engagierte Nachwuchskräfte, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Wer sich später auch eine leitende Position oder die Übernahme eines Betriebes vorstellen kann, findet dafür im Handwerk gute Voraussetzungen.

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Meister, Studium oder eigener Betrieb

Eine Besonderheit der handwerklichen Ausbildung ist die intensive Begleitung während der Lehrzeit. Meister und Gesellen in den Betrieben sowie die Lehrkräfte investieren Zeit, Wissen und Erfahrung in die Entwicklung der Auszubildenden. Neben dem fachlichen Können sind dabei auch Teamfähigkeit, Lernbereitschaft und die Bereitschaft gefragt, sich in die Gemeinschaft einzubringen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss muss die berufliche Entwicklung längst nicht beendet sein. Eine Meisterprüfung, ein Studium oder zahlreiche Fort- und Weiterbildungsangebote eröffnen weitere Möglichkeiten. Die Karriere kann dabei sowohl ins Angestelltenverhältnis als auch in die Selbstständigkeit führen – bis hin zur Übernahme und Leitung eines eigenen Handwerksbetriebes.

Mit der traditionellen Einschreibfeier will das heimische Handwerk deshalb nicht nur die neuen Auszubildenden willkommen heißen, sondern auch ein Zeichen für den hohen Stellenwert qualifizierter Ausbildung setzen. Für die jungen Berufseinsteiger soll dabei spürbar werden, was das Handwerk auszeichnet: Gemeinschaft, Zusammenhalt und die Zugehörigkeit zu einer großen Handwerkerfamilie. Die 18. Einschreibfeier des Hamelner Handwerks findet am Samstag, 19. September 2026, statt. Eingeladen sind die Auszubildenden, die im Sommer 2026 ihre Ausbildung im Handwerk begonnen haben.

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Beruf kommt von Berufung

Einen Beruf zu ergreifen ist ein wichtiger und schöner Schritt im Leben. Wir feiern den Beginn einer handwerklichen Lehre mit einem Umzug durch die Stadt, einem Gottesdienst und einem geselligen Zusammensein. Dies alles im öffentlichen Raum. Die Gesellschaft freut sich, dass junge Menschen erwachsen werden, in Berufe hereinwachsen. Es ist nicht nur eine Privatsache, welchen Beruf und welche Ausbildung ich wähle. Es ist auch ein Grund für ein öffentliches Fest.

Als Theologe finde ich es spannend, dass Beruf ein Begriff ist, der einen stark religiösen Hintergrund hat. Martin Luther hat unser heutiges Verständnis stark geprägt. Berufung war ein Wort, das man damals auf Menschen bezog, die in Kirche oder Staat Verantwortung trugen. Luther sah das anders: Nicht nur Pastoren und Fürsten, jeder Mensch hat eine von Gott gegebene Berufung und damit einen Beruf. Damit ist Gott stark im Alltag eingebunden, nicht nur am Sonntag, sondern auch an den anderen Tagen. Und einem Beruf nachzugehen, ist – so betrachtet – auch ein Stück Gottesdienst. Ein Stück Gottesdienst in dem Sinne, dass wir die Gaben nutzen, die Gott uns schenkt, und in uns hineinhören, wohin wir uns berufen wissen. Den Auszubildenden wünsche ich, dass sie diese innere Passung in sich spüren, denn sie ist eine wesentliche Quelle für dauerhafte berufliche Zufriedenheit. Und damit ein Segen.

sls

Dr. Stephan Vasel, Superintendent