Digitalisierung in der Pflege – bei diesem Schlagwort denkt man noch häufig an den viel diskutierten Pflegeroboter. Doch es gibt Softwarelösungen, die leichter zugänglich sind und einen echten Unterschied für den Heimalltag bedeuten. Smarte Software in der Pflege hat das Potenzial, die Mobilität der Bewohner zu steigern, den Alltag sicherer zu machen, die Ernährung zu optimieren und gleichzeitig den Pflegenden mehr Zeit für persönliche Betreuung einzuräumen.
Drei Beispiele, wie Digitalisierung das Leben von Heimbewohnern und Pflegenden erleichtert.

1) Virtuell reisen.
Senioren sind oft in ihrer Mobilität eingeschränkt. Mithilfe speziell entwickelter 3D-Brillen jedoch wird es ihnen ermöglicht, aus ihrem Heimzimmer heraus virtuell an ferne Orte zu reisen. So können die Träger der Brille an einem Strand sitzen und dem Rauschen der Wellen zuhören oder im Wald spazieren. Die Wirkung der dafür genutzten 360°-Videos wird durch passende Musik und realistischen Sound verstärkt. So schafft die VR-Brille angenehme, positive Erlebnisse bei den Bewohnern.
2) Sicher laufen.
Mithilfe einer weiteren smarten Softwarelösung können Pflegende das individuelle Sturzrisiko von Bewohnern präzise ermitteln. Per Smartphone erstellen sie eine 3D-Analyse der Gangbewegung. Mit der Videoaufnahme und Antworten aus einem Fragebogen ermittelt ein Algorithmus das Sturzrisiko des jeweiligen Menschen und gibt personalisierte Empfehlungen zum Erhalt der Mobilität.
3) Gesund ernähren.
Wenn Bewohner allwöchentlich ihren Speisezettel per Hand ausfüllen müssen, kann das auf verschiedene Arten schwierig werden: Viele schaffen es nicht mehr, die kleine Schrift auf dem Plan einfach zu entziffern. Die Pflegekräfte müssen die Angaben aller Bewohner manuell in die Bestellung an die Küche eintippen, individuelle Essgewohnheiten werden selten berücksichtigt. Anders ist es beim digitalen Bestellsystem. Die Senioren wählen hier ihre Mahlzeiten anhand großer Bilder auf dem Tablet aus. Das Tool berücksichtigt persönliche Ernährungsbedürfnisse und Allergien. Die Rezeptdatenbank ist mit den Angeboten der lokalen Nahrungsmittel-Lieferanten gekoppelt, die Einkaufsmengen werden tagesaktuell automatisch berechnet. Eine gesunde Ernährung ist ein Schlüssel für mehr Wohlbefinden.
Es ist unzweifelhaft, dass die Entwicklung digitaler Assistenz in der Pflege ihre Zeit braucht; vieles ist schon jetzt möglich, manches noch nicht, es ist ein steter Entwicklungsprozess. Dass diese digitalen Lösungen für eine Verbesserung in der Pflege sorgen, dürfte aber klar sein – und so verschaffen sie schon jetzt neue Perspektiven. Wichtig dabei: Wenn betroffene Pflegebedürftige in der Lage sind, zum Beispiel mit einem Smartphone oder einem Tablet selbst umzugehen, können sie sich schon selbst diese neuen Perspektiven verschaffen.
Wichtig ist dann, dass Angehörige – hier vor allem die jüngere Generation – die Geduld aufbringen, den älteren Menschen, die mit dieser Technik nicht groß geworden sind, regelmäßig im Umgang mit Smartphone und Tablet zur Seite stehen.
djd/ey
GUTER RAT
Besser schlafen
Bequem liegen, erholsam schlafen: Mit zunehmendem Alter fällt den meisten Menschen das morgendliche Aufstehen immer schwerer. Das liegt meist an der niedrigen Höhe des oft Jahrzehnte alten Bettgestells. Höchste Zeit, um sich nach einer bequemen Alternative umzusehen! Beim Kauf sollte man nicht an der falschen Stelle sparen, sondern unbedingt auf gute Qualität achten.
Der Kauf eines Billigangebots wegen vermeintlich nur noch kurzer Nutzungszeit hat sich schon oft als schmerzhafter Fehlkauf entpuppt. Schließlich leben 70-Jährige nach statistischen Berechnungen oft noch 20 Jahre und mehr – und das nicht selten bei guter Gesundheit. Angesichts dieser Lebenserwartung macht eine allzu bescheidene Lebensführung auch im fortgeschrittenen Alter also keinen Sinn.
Im Bereich des Bettes und der Bettausstattung ist sie sogar gesundheitsschädlich. Vor allem durchgelegene Matratzen oder Zudecken mit verklumpter Füllung können dann schnell unangenehme Auswirkungen haben. Statt der wichtigen Erholung sind dann eine Erkältung und verstärkte Rücken- oder Gelenkschmerzen die Folge. Das heißt: Wer im Alter an seinem Bett spart, tut sich keinen Gefallen. Denn bequemes Liegen und ein erholsamer Schlaf tragen nachhaltig zum Wohlbefinden und damit auch zur Gesundheit bei.


