Die Kommunale Wärmeplanung als strategisches Instrument
in den Gemeinden in Deutschland steht vor der Herausforderung, Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu sichern. Ein aktueller Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt: Klimaschutz lohnt sich–ökologisch und wirtschaftlich. Wer jetzt handelt, spart langfristig viel Geld und stärkt die Volkswirtschaft. Denn der Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen übersteigt ihre Kosten deutlich.
Die Wärmewende – also das Erreichen von Klimaneutralität beim Heizen – zählt zu den zentralen Maßnahmen für den Klimaschutz. Sie ist ein entscheidender Schritt hin zu einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft.
Noch 70 Prozent fossile Energien
In den vergangenen Jahren ist der Anteil erneuerbarer Energien deutlich gestiegen. Beim Heizen besteht jedoch weiterhin großes Potenzial für den Einsatz fossilfreier Technologien. Gerade hier liegt ein wichtiger Hebel zur Reduktion von Treibhausgasemissionen: Rund 60 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf Raumwärme,
Warmwasser und Klimatisierung. Gleichzeitig werden etwa 70 Prozent aller Gebäude noch mit fossilen Energien wie Erdgas oder Heizöl beheizt. Laut dem Bundesministerium für Wohnen nutzt fast jeder zweite Haushalt Gas, jeder vierte Heizöl. Diese Zahlen machen deutlich: Ohne eine Wärmewende in unseren Gebäuden ist eine erfolgreiche Energiewende nicht möglich.
Bis 2024 sollen alle Gebäude klimaneutral sein
In Niedersachsen ist das Ziel klar: Bis spätestens 2040 sollen alle Gebäude klimaneutral sein. Dafür müssen fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Doch jede Kommune ist anders – ob Stadt oder Dorf, die Voraussetzungen vor Ort sind vielfältig. Deshalb braucht es individuelle Lösungen, die auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmt sind.
Hier kommt die Kommunale Wärmeplanung (KWP) ins Spiel. Sie
bietet Städten und Gemeinden eine maßgeschneiderte Strategie, um eine klimafreundliche Wärmeversorgung sicherzustellen. Die KWP gibt Empfehlungen, wo gemeinschaftliche Lösungen wie Wärmenetze sinnvoll sein können und wo individuelle Heizsysteme – etwa Wärmepumpen – besser passen. Wärmepumpen haben sich insbesondere in skandinavischen Ländern bereits bewährt und gelten als besonders effiziente Heiztechnologie.
Unterstützung von der Klimaschutzagentur Weserbergland
Für alle, die sich schon heute für klimafreundliches Heizen interessieren, gibt es praktische Unterstützung: Die Klimaschutzagentur Weserbergland bietet gemeinsam mit der Verbraucherzentrale eine neutrale Heizungsberatung an. Sie hilft dabei, die passende Lösung für das eigene Zuhause zu finden. Weitere Informationen unter: www.klimaschutzagentur.org/heizungsberatung.

Wärmelösungen für das Weserbergland
Ab Mitte November finden in acht Kommunen der Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden öffentliche Abschlussveranstaltungen zur Kommunalen Wärmeplanung statt. Dies sind Aerzen, Bad Münder, Coppenbrügge, Delligsen, Emmerthal, Hessisch Oldendorf, Holzminden und Salzhemmendorf. Die Klimaschutzagentur Weserbergland stellt auf den Veranstaltungen die Ergebnisse ihrer eineinhalbjährigen Arbeit vor. Dabei zeigt sie, welche individuellen Lösungen für die jeweilige Kommune passen, wenn es darum geht, die Häuser und Wohnungen künftig klimafreundlich, sicher und bezahlbar mit Wärme zu versorgen. Dafür erhalten Bürgerinnen und Bürger einen wertvollen Überblick über die Potenziale, Szenarien und empfohlenen Maßnahmen – etwa wo Wärmenetze sinnvoll sind oder individuelle Heizlösungen besser passen. Akteure aus dem Bereich Energieversorgung geben darüber hinaus Einblicke zum Thema. Die Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, Fragen direkt an Experten zu stellen und sich über Beratungsangebote, Fördermöglichkeiten sowie BestPractice-Beispiele zu informieren. Bürgerinnen und Bürger erhalten aus erster Hand Einblicke, was die Wärmeplanung für den eigenen Wohnort bedeutet und können von praxisnahen Tipps und hilfreichen Informationen profitieren. Die Termine:
- Aerzen: Mittwoch, 12.November, 18 Uhr, Domänenburg (Burgstraße 6)
- Hessisch Oldendorf: Mittwoch, 19. November, 18 Uhr, ForumHO (Marktplatz 13)
- Delligsen: Dienstag, 25. November, 18 Uhr, Delligser Festsaal
(Untere Winkelstraße 6) - Coppenbrügge: Mittwoch, 26. November, 18 Uhr, Grundschule am Ith (Schulstraße 3)
- Salzhemmendorf: Montag, 1. Dezember, 18 Uhr, Sporthalle
Lauenstein (Am Freibad 6) - Emmerthal: Montag, 8. Dezember, 18 Uhr, Großer Saal (Rathaus, Berliner Straße 15)
- Bad Münder: Mittwoch, 4. März 2026, 18 Uhr, Martin-Schmidt-Konzertsaal (Hannoversche Straße 14a)
- Holzminden: März 2026, 18 Uhr (genauer Termin folgt), Ratssitzungssaal (Rathaus, Neue Straße 17)


