Gelegenheit macht Diebe. Deshalb ist es wichtig, Dieben keine Gelegenheit zu geben. Das hat mit hochmodernen elektronischen Sicherheitsvorkehrungen wie Alarmanlagen und Kameras zunächst einmal nur sekundär etwas zu tun. Das Einbruchsrisiko zu minimieren beginnt mit Methoden rein mechanischer Natur für Fenster und Türen – und mit dem eigenen Verhalten.
Fenster nicht auf kipp stehen lassen. Türen gut verschließen. Garage abschließen. Gartentörchen nicht offen stehen lassen. – Es sind vor allem die einfachen und logisch nachvollziehbaren Dinge, die man tun sollte, damit man es Dieben so schwer wie möglich macht, in Haus oder Wohnung einzudringen. Experten wie Polizeioberkommissar Ilja Walter, Ansprechpartner Prävention bei der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden, raten dazu, Dieben etwa mit aufschraubbaren Nachrüstungen oder Querstangen beziehungsweise vor allem auch einer Nachrüstung von alten Türen und Fenstern das Eindringen zu erschweren. Grundsätzlicher Rat der Polizei:„Bei Sicherheitsvorkehrungen sollten mechanische Sicherungen an oberster Stelle stehen.“
Denn was viele Hausbesitzer nicht wissen: Selbst wenn die Fenster und Türen in die Jahre gekommen sind und demzufolge oft nur der Widerstandsklasse 1 entsprechen, die mit einfachsten Mitteln und Gewalt zuweilen blitzschnell ausgehebelt werden können, müssen sie nicht komplett ausgetauscht werden. Bereits eingebaute Fenster und Türen können nachgerüstet werden, wodurch sich der Einbruchschutz deutlich verbessern lässt. Wichtig ist eine fachgerechte Montage der Sicherungen und Beschläge durch ein dafür zertifiziertes Unternehmen aus der Region. Worum es dabei geht: dass einfache Fensterbeschläge, die keine einbruchhemmende Wirkung haben, gegen geprüfte einbruchhemmende Beschläge getauscht werden, die über Sicherheitsschließzapfen verfügen. Bei Holz- oder Kunststofffenstern mit Einhand-Drehkippbeschlägen kann ein Fachbetrieb den Beschlag um Sicherheitselemente erweitern – inklusive abschließbaren Fenstergiffen! Wo die Ästhetik (zum Beispiel im Keller) eine weniger entscheidende Rolle spielt, kommen auch massive Sperrbügel und Querriegelschlösser infrage.
Das Ziel muss lauten, eine Widerstandsklasse 2 (RC2) zu erreichen. Sie wird als Mindestschutz empfohlen und bedeutet„Schutz gegen Einbruchsversuche mit einfachem Werkzeug“. Die Widerstandsklasse 3 (RC3) steht für zusätzlichen Schutz gegen Einbruchsversuche mit schwerem Werkzeug wie Brecheisen. Sie ist natürlich super, doch kommt es in aller Regel erst einmal darauf an, sich gegen die Gelegenheitsdiebe zu wappnen, nicht gegen die Profis.
DIE POLIZEI BERÄT
Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die Haus- und Wohnungsbesitzer durchführen lassen können, um ihr Eigentum besser zu schützen. Wer sich über die Sicherheit seines Eigentums umfassend informieren lassen möchte, kann dies bei der Polizei tun. Polizeioberkommissar Ilja Walter ist Beauftragter für Kriminalprävention bei der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden und schaut sich vor Ort Schwachstellen an, um danach in einem Gespräch Tipps und Ratschläge zur Verbesserung der Situation zu erörtern. Kontakt: ilja.walter@polizei.niedersachsen.de // Telefon 05151 / 933 108
TIPPS, DIE WIRKEN
- Wer sein Haus verlässt – und sei es nur für kurze Zeit –, sollte die Haustüre immer abschließen und alle Fenster geschlossen haben.
- Gekippte Fenster sind für Diebe geöffnete Fenster! Deshalb gilt: Wer das Haus verlässt, sollte alle Fenster und Türen vorher schließen.
- Einbrecher finden jedes Versteck – es ist deshalb keine gute Idee, einen Schlüssel irgendwo zu deponieren, nicht unter Blumentöpfen, der Fußmatte oder sonstwo.
- Wer seinen Schlüssel verliert und ihn nicht wiederfindet, sollte umgehend den Schließzylinder der Tür wechseln lassen.
- Wer in den Urlaub fährt oder übers Wochenende nicht da sein wird, sollte den Nachbarn Bescheid geben. Der Aufkleber „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ mag zunächst etwas naiv wirken, erzielt in aller Regel aber Wirkung bei Gelegenheitsdieben, die dann zumindest wissen, dass sie unter Beobachtung stehen.
- Wer in den Urlaub fährt, sollte Freunde oder Nachbarn darum bitten, sich ruhig mal auf dem Grundstück aufzuhalten, Blumen, Besen oder Gießkannen an andere Positionen zu stellen, die Post aus dem Briefkasten zu nehmen, auch die Zeitungen und Broschüren. So wirkt das Grundstück nicht verlassen.
- Einbrecher kommen meistens nachts? Fataler Irrtum! Die meisten Einbrüche finden laut Polizei tagsüber statt, wenn niemand zu Hause ist (Arbeit, Schule). Mit dunkler Jahreszeit haben Einbrüche auch nichts zu tun: Die Quote zwischen Sommer und Winter ist relativ gleich. Bedeutet für Haus- und Wohnungsbesitzer: niemals die Situation unterschätzen, immer wachsam sein – und vor jeder noch so modernen Elektronik zunächst einmal mechanische Sicherungen und das eigene Verhalten verbessern.



