Ein Schlüssel ist ein alltäglicher Gegenstand. Man steckt ihn ins Schloss, dreht ihn und die Tür öffnet sich. Was technisch dahintersteckt und wie komplex moderne Schließ- und Sicherheitssysteme sein können, bleibt den meisten verborgen. Bei der Firma Töbel in Hameln beschäftigt man sich damit seit sechs Jahrzehnten. Was 1966 in einem kleinen Geschäft am Mertensplatz begann, reicht heute vom nachgefertigten Schlüssel bis zu umfangreichen Schließanlagen für große Gebäude. Inzwischen führt Jan Töbel das Familienunternehmen in dritter Generation. Geblieben ist die Begeisterung für ein Fachgebiet, das viel mehr umfasst, als es vermuten lässt.
Aus technischer Neugier wird ein Unternehmen

Am 1. September 1966 eröffnete Hans Töbel am Mertensplatz ein kleines Schlüsselfachgeschäft. Die Familie lebte damals noch in Hannover-Stöcken, der Firmengründer pendelte zunächst täglich nach Hameln, seine Frau arbeitete im Büro mit. Bald zeigte sich: Die Idee funktioniert und die Familie zog nach Hameln.
Am Anfang stand vor allem die technische Neugier im Vordergrund. Hans Töbel nahm zu Hause Zylinder auseinander, beschäftigte sich mit ihrer Mechanik und erkannte, dass viele Menschen bei Problemen mit Schlössern fachkundige Hilfe brauchten. „Jeder hat mindestens einen Schlüssel in der Hosentasche und verwendet ihn jeden Tag“, beschreibt Jan Töbel die Faszination. Wie genau die Technik funktioniert, wissen aber die wenigsten.
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Das kleine Geschäft entwickelte sich. Neben Schlüsseln kamen Schlösser sowie Tür- und Möbelbeschläge hinzu. 1977 stieg mit Helmut Töbel die zweite Generation ein. Er hatte in Hannover studiert und bei einem Schlosshersteller in der Entwicklung gearbeitet. 1984 übernahm er den Betrieb. Unterstützt wurde er dabei über mehr als drei Jahrzehnte von seiner Frau Christiane. Seit Mitte der 1980er-Jahre war sie die „gute Seele des Hauses“ und im Büro der Dreh- und Angelpunkt der Organisation – immer mit einem offenen Ohr für Kunden und Mitarbeitende.

Das Leistungsspektrum wuchs weiter: Schließanlagen, Einbruchschutz und später elektronische Systeme ergänzten das klassische Geschäft. Anfang der 1990er-Jahre wurde es am Mertensplatz endgültig zu eng. Nach umfangreichem Umbau eröffnete Töbel am 1. April 1993 den heutigen Standort in der Bahnhofstraße.
Auch über das eigene Unternehmen hinaus engagierte sich Helmut Töbel für die Branche. Dem Vorstand des Fachverbandes interkey gehörte er 22 Jahre lang an. Im europäischen Dachverband ELF engagierte er sich seit dessen Gründung 1984 mehr als 20 Jahre im Vorstand, davon sechs Jahre als Präsident. Regelmäßige Weiterbildungen und der fachliche Austausch begleiteten damit auch die Entwicklung des Hamelner Unternehmens.




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Viel mehr als Schlüssel und Schloss
Der Schlüssel ist geblieben, bildet heute aber nur einen Teil des Angebots. „Unsere Kernkompetenz, die Schließanlage – egal, ob elektronisch oder mechanisch – kann der Baumarkt nicht“, sagt Jan Töbel. Schließanlagen werden individuell geplant und selbst gefertigt. Hinzu kommen elektronische Zutrittskontrollen, Videoüberwachung, Alarmanlagen und Fluchtwegsicherungen.
Wie anspruchsvoll das werden kann, zeigt schon ein Mehrfamilienhaus: Bewohner sollen mit ihrem Schlüssel Haustür und Gemeinschaftsbereiche öffnen können, nicht aber die Wohnung des Nachbarn. Bei Verwaltungsgebäuden, Schulen oder anderen großen Objekten entstehen daraus komplexe Systeme mit zahlreichen Türen, Nutzern und unterschiedlichen Berechtigungen.
Mechanische und elektronische Technik greifen dabei immer stärker ineinander. Besonders anspruchsvoll wird es, wenn unterschiedliche Sicherheitsanforderungen zusammentreffen, etwa bei Fluchttüren und Brandschutz. „Da muss man einfach ganz komplex in dem Thema sein, um zu wissen, was geht und was nicht“, sagt Töbel.
Selbst beim klassischen Schlüssel zeigt sich die Spezialisierung: Rund 10.000 unterschiedliche Rohlinge hängen nach Angaben des Inhabers bei Töbel. Und obwohl das Ladengeschäft seit einigen Jahren nur von 9 bis 13 Uhr geöffnet ist, wird selbstverständlich ganztägig gearbeitet. Nachmittags ist das Team bei Privat-, Gewerbe- und öffentlichen Kunden unterwegs.




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Fachwissen mit hohem Anspruch
Seit 2008 arbeitet Jan Töbel im Familienunternehmen. Der Metallbaumeister übernahm zum 1. Januar 2014 die Geschäftsführung, sein Vater blieb als Mitgesellschafter verbunden. Damit wird der Betrieb heute in dritter Generation geführt.
Die Arbeit erfordert Spezialwissen, für das es keinen eigenen Ausbildungsberuf gibt. Mitarbeitende kommen deshalb aus unterschiedlichen handwerklich-technischen Berufen und arbeiten sich tief in dieses Spezialgebiet des Unternehmens ein. Dabei zählt für Töbel nicht nur technisches Können. Sicherheit ist Vertrauenssache. Wer bei Kunden Schlösser oder Sicherheitstechnik installiert, bewegt sich in einem sensiblen Bereich. Seriosität, Zuverlässigkeit und ein entsprechendes Auftreten gehören deshalb ebenso zum Beruf wie handwerkliches Geschick. Hinzu kommt der Anspruch, Kunden möglichst umfassend weiterhelfen zu können. Es sollten im Laden auch Fragen zu Tresoren, Briefkästen, Beschlägen oder Sicherheitstechnik beantwortet werden können. Gerade diese Vielseitigkeit macht die Arbeit für Jan Töbel spannend.
Standardprodukte sind heute im Baumarkt oder Internet leicht erhältlich. Die Stärke des Fachbetriebs zeigt sich dort, wo Beratung, Erfahrung und individuelle Lösungen gefragt sind. „Expertise wird wieder stärker geschätzt“, so der Inhaber. Auch nach 60 Jahren bleibt damit die Grundidee dieselbe: genau hinzuschauen, zu verstehen, wie etwas funktioniert, und für ein Problem eine fachlich gute Lösung zu finden.
isy
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Einbruchschutz: aufs Ganze schauen

Nicht ein einzelnes Schloss entscheidet über die Sicherheit eines Gebäudes. Türen, Fenster, Beschläge und weitere Zugänge sollten gemeinsam betrachtet werden.
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Gebäude und seiner Nutzung ab. Bei Töbel gehört die Beratung zum Einbruchschutz seit Jahrzehnten zum Tätigkeitsfeld. Vor Ort lässt sich prüfen, welche Schwachstellen bestehen, was nachgerüstet werden kann und welche Lösung sinnvoll ist. Dabei geht moderne Sicherheitstechnik über mechanische Lösungen hinaus. Je nach Bedarf können elektronische Zutrittskontrollen, Videoüberwachung oder Alarmanlagen hinzukommen. Entscheidend bleibt die individuelle Beratung. Denn Sicherheit funktioniert nicht nach einem einzigen Standardschema.

Töbel Sicherheitstechnik
Bahnhofstraße 13
31785 Hameln
Tel.: (0 51 51) 5757-0
Fax: (0 51 51) 5757-29
E-Mail: info@toebel.de














