Vorsorge und Fürsorge mit Herz und Verstand

Ein halbes Jahrhundert Kur-Apotheke – und ein Silber-Jubiläum für Hendrik Diepenbrock

Wurde erst 2025 das 400-jährige Jubiläum der Münchhausen-Apotheke festlich begangen, hat Apotheker Hendrik Diepenbrock erneut Anlass zum Feiern. Und zwar mehr als einen. So eröffnete vor 50 Jahren seine Mutter, die Apothekerin Monika Diepenbrock-Reichel, an der Rühler Straße 14 die Kur-Apotheke, deren Inhaber er selbst seit 2. Mai 2001 – also seit einem Vierteljahrhundert – ist. Kurz zuvor hatte er seine Approbation als Apotheker erlangt, kann demnach dieser Tage sein 25-jähriges „Berufsjubiläum“ begehen.

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Wir werden mit unseren Kunden feiern“, freut sich Hendrik Diepenbrock und kündigt Rabattaktionen und Jubiläumsgutscheine für seine Kundschaft an. Drei prall gefüllte Ordner erzählen in Fotos, Zeitungsartikeln, Annoncen und Prospekten die Erfolgsgeschichte der „jüngsten“ Apotheke der Kleinstadt, die am 2. Mai 1976 auf der „Sonnenseite“ an den Start ging. Wie in einem Artikel der Weserbergland-Post vom 6. Mai 1976 zu lesen ist, hießen die beiden bereits vor Ort ansässigen Apotheker Bülter und Diesing ihre neue Kollegin auf der anderen Weserseite herzlich willkommen. Man sei bestrebt, „gemeinsam eine großstadtähnlich lückenlose Gesundheitsfürsorge im Grundzentrum Bodenwerder und auch für ein weites Umland gewährleisten zu wollen“. Weiter schrieb Berichterstatter Dieter Anton: „Das aus Halle mitgebrachte Vertrauen richtet sich vor allem auf die Weiterentwicklung Bodenwerders zum immer bedeutenderen Mittelpunkt mit Zentralfunktion für ein weites Umland und zu einem Fremdenverkehrszentrum von zukunftsgerechtem Format.“

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Als Pächterin der Lindenapotheke im benachbarten Halle hatte Monika Diepenbrock-Reichel seit 1965 die Bürgerinnen und Bürger mit Medikamenten versorgt. Da sich in Halle keine Möglichkeiten einer räumlichen Erweiterung boten, richtete sich ihr Fokus auf Bodenwerder. Die Stadt verfügte damals über eines der wenigen heilkräftigen Jodbäder in Deutschland, war im Bäderkatalog als Kurstadt gelistet. Um die 1886 erschlossene, recht ergiebige Solequelle professioneller und mit Zukunftsperspektive nutzen zu können, diskutierte der Stadtrat in diesen Jahren über den Bau eines neuen Kurmittelhauses – das 1981 in unmittelbarer Nachbarschaft zur neu eröffneten Kur-Apotheke eingeweiht wurde. Auch Arztpraxen an der Rühler Straße und die positive Entwicklung auf der östlichen Weserseite sorgten für eine anhaltend gute Kundenfrequenz. „Ein unschlagbares Plus war und ist die kostenfreie Parkmöglichkeit direkt vor dem Haus“, sagt Hendrik Diepenbrock.

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Mit den Jahren stieg die Verantwortung auf drei Apotheken

Mit dem 25-jährigen Bestehen der Kur-Apotheke am 2. Mai 2001 hatte sich seine Mutter in den Ruhestand verabschiedet und ihm die Leitung übergeben. Viele Fotos dokumentieren Jubiläum und Inhaberwechsel, das Fest war ein gesellschaftliches Ereignis. Zur Freude seiner Mutter hatte Sohn Hendrik schon früh sein Interesse an Naturwissenschaften gezeigt, nach Abitur und Wehrdienst zunächst eine Ausbildung zum Pharmazeutischtechnischen Assistenten (PTA) absolviert. Sein Pharmazie-Studium in Braunschweig beendete er 1999, erhielt ein Jahr später seine Approbation, sammelte Berufserfahrung bei Kollegen – und übernahm bald Verantwortung für eine eigene Apotheke.

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Im Mai 2005 übergaben Karl-Heinz und Tina Bülter nach 31 Jahren mit der Rats-Apotheke ihr Lebenswerk in Diepenbrocks Verantwortung.

Die Zusammenführung mit der Münchhausen-Apotheke – nicht zuletzt begründet im Fachkräftemangel und stark veränderten Rahmenbedingungen – vollzog der heute 55-jährige Familienvater im November 2024, nachdem er das Traditionshaus zwei Jahre zuvor vom Ehepaar Mignat aus Höxter übernommen hatte. Leiterin der Münchhausen-Apotheke ist seine Frau Anika.

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Zurück an die Rühler Straße: Das 15-köpfige Team der Kur-Apotheke bietet in modernem Umfeld das Vollsortiment an apothekenpflichtigen Medikamenten und die individuelle Arzneimittel-Herstellung nach Rezept an, hält ein Labor vor. Hochwertige Apothekenkosmetik, ein breites Angebot gesundheitsfördernder Produkte sowie Serviceleistungen wie Blutdruckmessung, Ermittlung von Vitamin D-Status und das Anpassen von Bandagen und Kompressionsstrümpfen runden das Portfolio ab.

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Heutzutage selbstverständlich: Über die App „Meine Apotheke“ kann sich der Kunde nicht vorrätige Medikamente ohne zusätzliche Kosten am Tag der Bestellung liefern lassen. Was Hendrik Diepenbrock besonders wichtig ist: „Trotz Internet und Onlinehandel leben wir die traditionelle Apotheker-Philosophie: Der persönliche Kontakt zu unseren Kunden, die kompetente, vertrauensvolle Beratung rund um die individuelle Medikation, der Blick auf Neben- und Wechselwirkungen und ein offenes Ohr für alle gesundheitsrelevanten Themen genießen bei uns oberste Priorität.“ Das gelte selbstverständlich für Kur- und Münchhausen-Apotheke gleichermaßen.

Mit einem treuen Mitarbeiterstamm ohne Fluktuation fühle man sich der Region und ihren Menschen verbunden, unterhalte gute Kontakte zu allen Ärzten, lege großen Wert auf Fortbildung und bietet sich als vertrauensvoller, kompetenter und moderner Partner in allen Fragen rund um Krankheit und Gesundheit an. saw