Es regt sich was in unseren Gärten, der Frühling lässt die Pflanzensäfte aufsteigen und treibt das Grün hervor. Manchmal freilich auch solches, das Gartenbesitzer nicht so gerne sehen. Der Giersch gehört dazu. Genau genommen hat er aber mehr gute als schlechte Eigenschaften.

Denn die ersten zarten Blätter schmecken frisch-würzig, haben auch ein Quäntchen Süße, ähnlich wie bei Karotten. Giersch (Aegopodium podagraria) fordert also nicht nur den ganzen Gärtner in uns, indem wir ihn – zumeist nur in Teilerfolgen – aus solchen gemischten Staudenbeeten zu verdängen versuchen, wo er wirklich, wirklich, wirklich nicht sein sollte, sondern fordert uns auch lukullisch heraus, indem wir seinen Nutzen anerkennen. Für Saucen über Pasta oder als Zugabe zu unterschiedlichen Salatkreationen ist Giersch gerade jetzt hervorragend nutzbar. Und gesund!
Das nährstoffreiche Wildgemüse enthält tatsächlich mehr Vitamin C als Zitrone!
Denn als nährstoffreiches Wildgemüse enthält der Giersch mehr Vitamin C als Zitrone, außerdem Eisen, Kalium, Magnesium und Kalzium – und wirkt daher entzündungshemmend.
Eine Lanze für den Giersch zu brechen, ist also eine sinnvolle Sache: Nicht wegspritzen, sondern sich an ihm erfreuen, sollte die Devise sein. Seine Lobby muss deutlich besser werden.
Der Bärlauch hat das längst geschafft, er ist ein gern gesehener Gast im Halbschatten. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass er als Zwiebelpflanze (Allium ursinum) zwar verwildert, aber niemals so fordernd voranrobbt wie der Giersch mit seinen stark wuchernden Rhizomen. Auch für Bärlauch ist jetzt die beste Erntezeit; kommt es erst zur Blüte, schmeckt er bitter. ist‘s zu spät. Jetzt aber, da das frische Grün nutzbar ist, zaubert er uns als heimisches Superfood Vitamin C, Eisen und Magnesium auf den (Salat)-Teller. Antibakteriell, entzündungshemmend und verdauungsfördernd ist Bärlauch, stärkt das Immunsystem, fördert die Durchblutung. Wer den nicht in den eigenen Garten pflanzt, verpasst wunder- volle Geschmacksmomente. Außerdem: Unter Gehölzen inmitten anderer Halbschattenfans wie etwa Lungenkraut (Pulmonaria) oder Storchschnabel (Geranium) sieht er zusätzlich auch noch sehr geschmackvoll aus.

