Kondolieren mit Abstand

Taktvolles Verhalten ist gegenüber den Trauernden wichtig

Eine Umarmung, ein tröstender Händedruck, ein zarte Berührung am Arm oder der Schulter – es gibt viele Möglichkeiten, einem von tiefer Trauer gezeichneten Menschen seine Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen. Es ist viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gefragt.

Vielen Betroffenen kann man auch mit Worten, ob nun persönlich oder schriftlich, Zuwendung schenken und das Gefühl geben, dass sie nicht allein sind. Das ist einfacher bei Menschen, denen man nahesteht als bei solchen, die man nur von der Arbeit her kennt oder weil sie in derselben Straße wohnen. Trotzdem sollte man bei einer Begegnung, ob persönlich oder virtuell, ein Zeichen des Mitgefühls geben.

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Floskeln wie „Herzliches Beileid“ oder „Ich kondoliere Ihnen“ sollten vermieden werden. Persönlicher und natürlicher ist etwa: „Es tut mir leid, dass Sie Ihre Mutter verloren haben“; „Ich habe gehört, dass Ihr Vater gestorben ist. Das tut mir sehr leid“. Für Hinterbliebene ist es wichtig, dass sie in ihrer Trauer ernst genommen werden. Ratschläge sind fehl am Platz.

Eine Karte oder ein Brief sind vor allem dann wertvoll, wenn der Text persönlich und individuell ist, also keine geschwollenen Formulierungen verwendet werden, die nicht zum eigenen Stil passen. Taktvoll ist es, handschriftlich und mit schwarzer Tinte zu schreiben und vorgedruckte Kondolenzkarten immer mit persönlichen Worten zu ergänzen. Wer die verstorbene Person persönlich kannte, kann die Beziehung und gemeinsame Erlebnisse einbringen. Wer die verstorbene Person nicht gut oder gar nicht persönlich kannte, wie die Mutter oder den Vater einer Bekannten, kann so darauf eingehen: „Ich bin Deiner Mutter nur einmal begegnet, aber sie hatte eine herzliche, offene Ausstrahlung. Oder „Ich kannte Deinen Vater nicht persönlich, aber ich weiß, dass Ihr Euch nahe standet und dass Dir diese Beziehung nun fehlen wird.“

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Wertschätzung mit der Wahl des Schreibmaterials zeigen
Für Briefe sollte am besten schlichtes, weißes Briefpapier, das schwerer ist als 80 Gramm/Quadratmeter. Schwarz umrandetes Papier und Umschläge sind der Trauerfamilie vorbehalten und werden nicht bei Kondolenzschreiben an die Trauerfamilie benutzt. Statt einer maschinellen Frankierung sollte eine Briefmarke benutzt werden. Das gilt auch für einen Trauerfall im geschäftlichen Umfeld. Tabu sind Firmenpapier mit dem Logo und der Bankverbindung und Kondolenzschreiben per E-Mail, allerdings kann man einer nahestehenden Person im ersten Schockmoment eine mitfühlende Textnachricht schicken, dies ersetzt jedoch nicht eine Karte oder einen Brief.

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Wenn Trauernde das Bedürfnis haben zu reden, sollte man sich Zeit zum Zuhören und für Gespräche nehmen. Konkrete Hilfsangebote können unterstützen. Sätze wie „Ruf mich an, wenn du etwas brauchst“ helfen wenig. Wichtig ist es auch, den Blickkontakt herzustellen, denn die Augen sind die Fenster der Seele. Weitere Informationen gibt es unter www.etikette-trainer.de.ETI