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Einsam und (fast) verlassen

Wie wir dem Problem der sozialen Isolation begegnen können

veröffentlicht am 17.06.2021 um 08:07 Uhr

Soziale Isolation und Einsamkeit sind negative Stressfaktoren mit erheblichem Gesundheitsrisiko! Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) weist nachdrücklich darauf hin, dass ältere und pflegebedürftige Menschen unterstützt werden können, um sozialer Isolation und Einsamkeitsgefühlen entgegenzuwirken.
       

Tönebön Stiftung - Tönebön Ambulant

Positive soziale Kontakte fördern die psychische und körperliche Gesundheit – und helfen, Krankheit und Pflegebedürftigkeit besser zu bewältigen. Mit dem Alter steigt das Risiko für soziale Isolation. Die derzeitigen Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie – wenngleich sie zurzeit abschwillt – stellen hierbei zusätzliche Risikofaktoren dar.
     

Kontaktbeschränkungen führen zu Einsamkeit

Laut Auswertungen des Deutschen Alterssurvey fühlen sich deutlich mehr Menschen hierzulande einsam als vor der Pandemie. Das gilt auch für ältere Menschen. Pflegeheimbewohner sind besonders betroffen. Vor diesem Hintergrund bietet das ZQP auf www.pflege-praevention.de Tipps zur sozialen Einbindung älterer pflegebedürftiger Menschen.
  

Viele der Anregungen sind niedrigschwellig und trotz pandemiebedingter Einschränkungen umsetzbar. „Kontakt- und Aktivitätsangebote, Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit sind zentrale Aspekte für die soziale Einbindung von älteren pflegebedürftigen Menschen“, so Daniela Sulmann, Bereichsleiterin und Pflegeexpertin im ZQP. „Wichtig ist etwa, dass das Telefon oder andere Kommunikationsmittel der pflegebedürftigen Person gut erreichbar und zu bedienen sind. Zudem sind feste Telefon- und Besuchstermine sowie regelmäßige Aktivitäten – zum Beispiel kleine Ausflüge machen, zusammen Zeitung lesen, Rätsel lösen oder kochen – relativ einfache Möglichkeiten, soziale Einbindung zu fördern“, erklärt Sulmann.

Im Allgemeinen seien die meisten älteren Menschen nicht sozial isoliert oder einsam. Jedoch treffen einige Risikofaktoren für soziale Isolation besonders auf ältere und auch auf pflegebedürftige Menschen zu. „So wird es mit zunehmendem Alter wahrscheinlicher, nahestehende Menschen zu verlieren. Körperliche oder kognitive Beeinträchtigungen sowie belastende Krankheitssymptome erschweren es, am sozialen Leben teilzuhaben.

Warnsignale für Einsamkeit wahrnehmen

Auch deshalb sei es wichtig, Warnsignale für Einsamkeit bei älteren und pflegebedürftigen Menschen wahrzunehmen. Ob sich jemand einsam fühlt, ist für andere nicht immer leicht zu erkennen. Daher sollte man zum Beispiel auf folgende Signale achten: Wirkt die Person traurig? Ist sie ungewollt sehr viel allein oder ohne Austausch? Ist die Mobilität sehr eingeschränkt? „Fragen Sie nach, was die pflegebedürftige Person sich in Bezug auf Kontakte wünscht – und unterstützen Sie gezielt bei der Umsetzung“, rät Sulmann. „Besprechen Sie auch, ob die Wohnsituation vielleicht geändert werden sollte.“ Welche Möglichkeiten bestehen, erfährt man zum Beispiel bei Pflegeberatungsstellen.

Wichtig zu wissen: Ungewollte soziale Isolation und immer wieder zurückkehrende oder dauerhafte Einsamkeitsgefühle sind psychisch sehr belastend und stellen erhebliche Gesundheitsrisiken dar. Folgen können zum Beispiel ein hohes Stressniveau durch Sorgen oder Angst, Schlafprobleme, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.


Pflegegrad 1 – ein Anfang ist gemacht

„Weitestgehend selbstständig“ und dennoch auf Hilfe angewiesen

Oft fängt die Pflegesituation schleichend an. Das Problem: Viele Betroffene kommen nicht auf die Idee, eine Pflegegrad-Prüfung einzufordern. Deshalb ist es ratsam, dem Pflegegrad 1 an dieser Stelle eine besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Er beschreibt die „geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ von Pflegebedürftigen und garantiert ihnen entsprechende Leistungen aus der Pflegeversicherung. Um Pflegegrad 1 zu erhalten, müssen Versicherte zunächst einen Antrag auf Pflegegrad bei ihrer Pflegekasse stellen. Anschließend werden sie von einem Gutachter des Medizinischen Dienstes (MD) der Krankenversicherung (bei gesetzlich Versicherten) oder Medicproof (bei privat Versicherten) im Hinblick auf ihre noch vorhandene Selbstständigkeit untersucht. Die Einstufung erfolgt auf Grundlage eines Punktesystems. Laut dem Internetportal www.pflege.de haben Versicherte mit Pflegegrad 1 Anspruch auf monatliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen, Zuschüsse zu Pflegehilfsmitteln und dem Hausnotruf sowie zur Wohnraumanpassung.
    

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